Die Filterkaffemaschine ist wohl der Kaffemaschinentyp, der den meisten Menschen zuerst einfällt, wenn sie an Kaffeemaschinen denken. Obwohl neuere Kapsel- und Padsysteme immer beliebter werden zeigen Untersuchungen, dass mehr als 50% der deutschen Haushalte über eine entsprechende Maschine verfügen. Dies macht den “Klassiker” unter den Kaffeemaschinen zu einem Status Quo und alle anderen Maschinentypen müssen bei Funktionalität, Bedienbarkeit und Ästhetik dem Vergleich standhalten.
Die Geschichte des Kaffeefilters beginnt, mehr oder weniger überraschend, in Deutschland. 1908 erfand die Dresdnerin Melitta Benz den ersten Kaffeefilter. Die aus Löschpapier gefertigte Filtertüte verhinderte, dass das Kaffepulver bei dem Überbrühen mit Wasser in das Getränk gelangt. Das nach ihr benannte Unternehmen (… … … nein nicht Benz) stellt noch heute Kaffeefilter her. Der Kaffeefilter war da, es fehlten nur noch die dazu passenden Maschinen.
Eine der ersten “modernen” Filterkaffeemaschinen war der 1954 patentierte Wigomat. In Deutschland verdrängte der neue Maschinentyp die bis dahin am weitesten verbreitete Perkolatoren und Vakuumbereiter. Der eigentliche Siegeszug der Filterkaffeemaschine begann aber erst richtig in den 70er Jahren, in denen viele Unternehmen wie (AEG, Braun, Bosch und Krups) Filtermaschinen auf den Massenmarkt brachten. Die erschwinglichen Preise, die relativ unkomplizierte Handhabung und die weite Verbreitung führten dazu, dass der Kaffeegenuss nicht mehr ein Luxus für Besserverdienende war, sondern so ziemlich alle Gesellschaftsschichten den Tag mit einer frisch gebrühten Tasse Kaffee beginnen konnten.
Funktionsprinzip
So sehr sich das Aussehen und die Zusatzoptionen mit der Zeit verändert haben, ist das grundlegende Funktionsprinzip der Filterkaffeemaschine unangetastet geblieben. Der Kaffeefilter (meist in Trichterform) wird in die Kaffeemaschine eingesetzt und mit Kaffeepulver befüllt. Danach wird das Kaffeepulver mit heißen Wasser überbrüht. Die Kaffeeflüssigkeit tropft durch den Filter hindurch in einen Behälter, und der Kaffeesatz bleibt im Filter zurück.
Diesem Grundprinzip wurden im Laufe der Jahre immer mehr zusätzliche Optionen hinzugefügt. Die wohl am weitesten verbreitete Option ist eine Warmhalteplatte für die Kaffeekanne, die den Kaffee über längere Zeit bei einer annehmbaren Temperatur halten kann. Aber auch Modelle mit integrierter Kaffeemühle, die die Bohnen frisch mahlen, Zeitschaltuhren, die die Kaffeemaschinen zu bestimmten festlegbaren Zeiten einschalten, und automatischer Wasserversorgung sind heutzutage verbreitet.
Man sollte aber nicht versäumen zu erwähnen, dass die Brühmethode nicht unbedingt die beste oder schonednste Methode ist um Kaffee zuzubereiten. Durch den langen Kontakt mit dem heißen Wasser bilden sich Gerbstoffe und Bitterstoffe, die dazu führen, dass Filterkaffee üblicherweise einen etwas bitteren Geschmack hat als vergleichbare Kaffees, die über eine Druckmethode hergestellt wurden. Außerdem lösen sich durch das einfache Überbrühen mit Wasser nicht alle der Aromastoffe, die im Kaffee enthalten sind.
Diese Mängel bei dem Aroma werden allerdings durch die einfach Bedienbarkeit, die Robustheit (ich selbst benutze noch eine Kaffeemaschine, die schon seit über 20 Jahren gute Dienste leistet) und die weite Verbreitung von Kaffeefiltern bzw. Filterkaffees durchaus aufgewogen. Und über (Kaffee-) Geschmack lässt sich sowieso nicht streiten.
Vorteile und Nachteile
Vorteile
- Einfache Bedienbarkeit und Wartung
- Ungeschlagen bei der “Massenproduktion” von Kaffee
- Preiswert im Unterhalt und Betrieb
- Grundmodelle schon überaus preiswert zu erhalten
- Keine Herstellerbindung bei Filtern und Kaffees
- Hohe Variirbarkeit der Kaffeestärke
- Sowohl Kaffeepulver als auch die Filter sind biologisch abbaubar
Nachteile
- Für den Feinschmecker bleibt der Geschmack auf der Strecke
- Hoher Anteil an Eigenarbeit (Befüllen mit Kaffeepulver, Filter, Wasser)
- Lohnt sich nur bei der Herstellung von größeren Mengen an Kaffee
Wichtige Tipps
- Wie bei vielen Dingen im Leben gilt auch bei Filterkaffeemaschinen “Was man rein gibt, kommt auch am Ende raus”. Erwarten sie also keinen vergleichbaren Kaffeegeschmack wenn sie ein Noname-Kaffeepulver bei Aldi kaufen anstatt frischgemahlenen oder vakuumverpackten Tchibo bzw. Eduscho Kaffee verwenden.
- Genauso gilt, dass das Kaffeepulver richtig gelagert werden muss. Dabei sollte es mindestens trocken, am besten aber luftdicht aufbewahrt werden.
- Spielen sie mit der Dosierung des Kaffeepulvers um die richtige Stärke zu finden, die ihnen zusagt.
- Achten sie darauf die richtigen Kaffeefilter zu verwenden. Im Laufe der Jahre haben sich verschiedene Standartgrößen durchgesetzt, allerdings gibt es immer mal wieder Maschinenhersteller, die meinen einen Sonderweg gehen zu müssen.
- Achten sie darauf, dass sie ihre Filterkaffeemaschine in regelmäßigen Abständen entkalken, damit sie ihnen lange gute Dienste leisten kann.
